China ist einer der größten Handelspartner Deutschlands, und Millionen von Paketen werden jährlich von chinesischen Online-Shops wie AliExpress, Temu, Shein oder Banggood nach Deutschland verschickt. Doch bei der Einfuhr von Waren aus China fallen Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer an, die viele Besteller überraschen. In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du über den Zoll bei Paketen aus China wissen musst.
Welche Gebühren fallen bei Paketen aus China an?
Bei jeder Wareneinfuhr aus China nach Deutschland können grundsätzlich drei Arten von Abgaben anfallen: Einfuhrumsatzsteuer, Zollgebühren und gegebenenfalls Verbrauchsteuern.
Einfuhrumsatzsteuer (EUSt)
Die Einfuhrumsatzsteuer beträgt in Deutschland regulär 19 % (7 % für bestimmte Waren wie Bücher oder Lebensmittel). Seit Juli 2021 gibt es keine Freigrenze mehr – auch Waren unter 22 € sind einfuhrumsatzsteuerpflichtig. Die EUSt wird auf den Zollwert berechnet, der sich aus dem Warenwert plus den Versandkosten zusammensetzt. Viele chinesische Shops (z. B. AliExpress, Temu) nutzen mittlerweile das IOSS-Verfahren und führen die EUSt bereits beim Kauf ab – dann fallen bei der Zustellung keine weiteren Gebühren an.
Zollgebühren ab 150 €
Zollgebühren fallen erst ab einem Warenwert von 150 € an. Der Zollsatz hängt von der Warenart ab und liegt für typische China-Bestellungen zwischen 0 % und 17 %. Beispiele: Elektronik und Smartphones sind in der Regel zollfrei (0 %), Textilien und Kleidung werden mit etwa 12 % verzollt, Schuhe mit bis zu 17 %, Spielzeug mit ca. 4,7 %. Bei einem Warenwert über 150 € muss der Zoll eine formelle Zollanmeldung durchführen, was die Lieferzeit um einige Tage verlängern kann.
Lieferzeiten und Tracking
Pakete aus China benötigen je nach Versandart unterschiedlich lange, bis sie in Deutschland ankommen. Die Lieferzeiten haben sich in den letzten Jahren dank neuer Logistiklösungen deutlich verkürzt.
Standard-Versand vs. Express
Der Standardversand (China Post, Cainiao, Yanwen) dauert in der Regel 15–45 Werktage. Sendungen per ePacket oder AliExpress Standard Shipping kommen meist in 10–20 Werktagen an. Express-Dienste wie DHL Express, FedEx oder UPS liefern in 3–7 Werktagen, sind aber deutlich teurer. Viele Shops bieten mittlerweile auch den Versand über EU-Warenlager an – hier betragen die Lieferzeiten nur 3–10 Tage und es fallen keine Zollgebühren an, da die Ware bereits in der EU verzollt wurde.
Sendungsverfolgung bei China-Paketen
Die Sendungsverfolgung bei Paketen aus China kann verwirrend sein, da oft mehrere Tracking-Nummern zum Einsatz kommen. Die chinesische Tracking-Nummer funktioniert auf chinesischen Tracking-Portalen (z. B. 17track.net oder Parcels App). Sobald das Paket in Deutschland ankommt, wird es oft an DHL oder Deutsche Post übergeben und erhält eine neue Sendungsnummer. Ein Tipp: Nutze universelle Tracking-Dienste wie 17track.net oder die Parcels App, die sowohl chinesische als auch deutsche Tracking-Nummern verarbeiten können.
Was tun bei Problemen?
Wenn dein Paket beim Zoll festgehalten wird, erhältst du in der Regel eine Benachrichtigung per Post. Du musst dann zum zuständigen Zollamt gehen und die Einfuhrabgaben bezahlen. Bringe den Kaufbeleg (Bestellbestätigung) mit, damit der Zoll den Warenwert prüfen kann. Wenn du keine Benachrichtigung erhältst und das Paket länger als 6 Wochen unterwegs ist, kontaktiere den Verkäufer – die meisten Plattformen bieten einen Käuferschutz, der bei Nicht-Zustellung eine Erstattung ermöglicht.
Rücksendungen nach China
Retouren an chinesische Händler sind oft unpraktisch und teuer: Die Rücksendekosten nach China betragen schnell 20–40 € und liegen damit häufig über dem Warenwert. Viele chinesische Händler bieten daher bei Problemen eine Teilerstattung oder Ersatzlieferung an, statt auf einer Rücksendung zu bestehen. Prüfe vor der Bestellung die Rückgabebedingungen des Shops.