public Internationaler Versand

Paket in Drittländer versenden: Zoll & Dokumente

Paket in Drittländer versenden: Alles zu Zolldokumenten, Zollinhaltserklärungen und Einfuhrbestimmungen für den Versand außerhalb der EU.

person Versandlexikon Redaktion calendar_today 20. März 2026 schedule 8 Min. Lesezeit

Wer ein Paket in ein Land außerhalb der Europäischen Union (sogenanntes Drittland) versenden möchte, muss Zollformalitäten beachten. Anders als beim Versand innerhalb der EU durchläuft die Sendung eine Zollkontrolle – sowohl beim Export als auch beim Import im Zielland. In diesem Ratgeber erklären wir dir, welche Dokumente du brauchst, wie du sie korrekt ausfüllst und was du bei der Zollanmeldung beachten musst.

Welche Länder sind Drittländer?

Als Drittländer gelten alle Staaten, die nicht zur Europäischen Union gehören. Dazu zählen unter anderem die USA, Kanada, Großbritannien (seit dem Brexit), die Schweiz, Norwegen, Australien, China, Japan und alle weiteren Nicht-EU-Staaten. Achtung: Auch einige Überseegebiete von EU-Mitgliedstaaten (z. B. die Kanarischen Inseln oder die französischen Überseegebiete) gelten zollrechtlich als Drittländer.

EU-Binnenmarkt vs. Drittland

Innerhalb der EU gilt der freie Warenverkehr – Pakete passieren keine Zollgrenze, und es werden keine Zollgebühren oder Einfuhrsteuern erhoben (Ausnahme: verbrauchsteuerpflichtige Waren wie Alkohol und Tabak in bestimmten Mengen). Sobald dein Paket die EU verlässt, gelten die Zollvorschriften des jeweiligen Ziellandes.

Erforderliche Zolldokumente

Für den Versand in Drittländer benötigst du mindestens eine Zollinhaltserklärung. Je nach Warenwert und Zielland können weitere Dokumente erforderlich sein.

Zollinhaltserklärung CN22 und CN23

Die CN22 ist ein kleines Formular, das für Sendungen bis zu einem Warenwert von 300 Sonderziehungsrechten (SDR, ca. 370 €) ausreicht. Sie wird direkt auf dem Paket angebracht und enthält Angaben zum Inhalt, Gewicht, Wert und der Sendungskategorie (Geschenk, Ware, Dokumente etc.). Die CN23 ist das ausführlichere Zolldokument und wird für Sendungen über 300 SDR oder bei bestimmten Zielländern benötigt. Sie umfasst detaillierte Angaben zu jedem einzelnen Artikel, einschließlich Zolltarifnummer, Herkunftsland und genauer Warenbeschreibung.

Handelsrechnung (Commercial Invoice)

Für gewerbliche Sendungen und bei vielen Zielländern (insbesondere USA, Kanada, Australien) wird zusätzlich eine Handelsrechnung (Commercial Invoice) verlangt. Diese enthält die vollständigen Absender- und Empfängerangaben, eine detaillierte Warenbeschreibung, den Warenwert in der Verkaufswährung, die Incoterms (Lieferbedingungen) und die Zolltarifnummern. Die Handelsrechnung muss in drei- bis vierfacher Ausfertigung dem Paket beigefügt werden – je nach Anforderung des Ziellandes.

Tipps für den reibungslosen Zollversand

Beschreibe den Paketinhalt immer genau und ehrlich. Vage Beschreibungen wie „Geschenk" oder „Kleidung" können zu Verzögerungen führen, weil der Zoll nachforscht. Gib den tatsächlichen Warenwert an – eine Unterbewertung kann zu Strafen führen und den Empfänger in Schwierigkeiten bringen. Informiere dich vorab über die Einfuhrbestimmungen des Ziellandes: Manche Waren (Lebensmittel, Pflanzen, Medikamente, Elektronik) unterliegen Einfuhrverboten oder -beschränkungen. Und schließlich: Klebe alle Zolldokumente gut sichtbar in einer transparenten Dokumententasche auf die Außenseite des Pakets.

Versandkosten und Laufzeiten in Drittländer

Der Versand in Drittländer ist deutlich teurer als der nationale Versand. Bei DHL kostet ein Paket in die USA (bis 5 kg) ab 35,99 €, in die Schweiz ab 17,99 € und nach Australien ab 43,99 €. Die Laufzeiten variieren je nach Zielland: Innerhalb Europas (z. B. Schweiz, Norwegen) rechne mit 4–7 Werktagen, für Übersee (USA, Australien, Asien) mit 7–14 Werktagen. Express-Services verkürzen die Laufzeit auf 2–5 Werktage, kosten aber entsprechend mehr.